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Montag   5.2.2018

29/1/2018

 
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 Wenn ich auf dem T-Träger balanciere /

  Helge Schneider im Folkwang Museum: „Soll ich kurz was dazu sagen?“
 
Vor großem Publikum mit vielen musikalischen Einschüben: der beliebte Allround-Künstler Helge Schneider, mitten im Kontext der bildenden Künste. Im Höhenflug als Frisör, als Musiker und als „Kriegsminister im Pyjama: ratlos“.
Seine besondere Vorliebe gilt dem Drahtseilakt. An der Spitze der Wolkenkratzer über New York geht es darum, auf dem gespannten Seil weder rechts noch links herunter zu fallen. Das musste ein Bauarbeiter wie Helge erst noch lernen: auf dem T-Träger zu balancieren ist noch riskanter als bloß auf dem Seil! Ausschnitte aus einem fulminanten Abend im voll besetzten KEO-Saal in Essen.

Montag   29.1.2018

19/12/2017

 
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  Der Teufel im Dorf /

   Barrie Kosky inszeniert die Gogol-Oper DER JAHRMARKT VON SOROTSCHINZY
   von Modest Mussorgski

 
Der geniale russische Komponist Mussorgski ist dafür bekannt, dass er viele „letzte Fragmente“ hinterlassen hat. Eine umwerfend singuläre und groteske Oper, die als seine allerletzte gilt, nicht in allen Akten vollendet, wurde an der Komischen Oper Berlin von deren Intendanten inszeniert und völlig neu herausgebracht. Die Arbeitsfreundschaft zwischen Nikolai Gogol, dem Dichter der kühnen Absurdität und des Surrealismus, mit der energetischen Musik Mussorgskis hat hier ein ganz besonderes Werk entstehen lassen. In der Handlung geht es darum, dass der Teufel einem (offenbar jüdischen) Pfandleiher im Dorf Sorotschinzy einen rote Jacke zum Pfande gab. Der Pfandleiher hat die Jacke verkauft. Jetzt sucht der Teufel das Dorf heim und will seine Jacke zurück. Der feste Aberglaube, intensive Liebesgefühle, und die Hauptperson der Oper, das turbulente Volk, routieren umeinander in einer sich im 2. Akt umwerfend verknotenden Dramatik.

Dies ist ein besonderes geglückter Fund der Komischen Oper Berlin, deren innovative Arbeit allgemein so auffällt, dass dem Intendanten Barrie Kosky die Nachfolge des Staatsintendanten der Bayerischen Staatsoper München angetragen wurde, die er ablehnte, weil er das rücksichtslose Aufspüren besonderer Schätze in Operette und Oper so liebt, sodass er für „Staatstheater“ sich nicht zur Verfügung stellt.

Montag   22.1.2018

19/12/2017

 
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 Der 30jährige Krieg /

  Herfried Münkler: „Unordentlicher Krieg“ und „Zerbeulte Dialektik“
 
Sofort nach Erscheinen erreichte das neueste Werk Herrfried Münklers DER DREISSIGJÄHRIGE KRIEG. Europäische Katastrophe, deutsches Trauma 1618-1648 eine beachtliche Stellung in den Bestsellerlisten.  Der Grund dafür liegt darin, dass es diesem Historiker gelungen ist, das „Chamäleon Krieg“ in allen seinen Erscheinungsformen, den historischen und den aktuellen unserer Zeit, uns vor Augen zu führen. Die Erfahrung des „Krieges, der nicht enden will“, ähnlich wie im Dreißigjährigen Krieg liegt heute in Syrien, in Libyen, in den gefährlichen Drohgebärden des Fernen Ostens und vor allem in den Erscheinungsformen des Terrorismus.

Eine der wichtigsten Beobachtungen in Münklers Werk besagt, dass man Kriege nicht verhindern oder beenden kann, wenn man ihre Elemente nicht versteht. Es genügt nicht, sich „antimilitärisch“ zu fühlen, sondern es geht darum, Terror, Krieg und die Welt „unbestimmter Widersprüche“ aus ihren Einzelheiten sich zu vergegenwärtigen und die Gegengifte zu diesem Gift mit der Genauigkeit eines politischen Paracelsus zu erarbeiten.

Begegnung mit dem Historiker Herfried Münkler, Humboldt-Universität zu Berlin.

Montag   15.1.2018

19/12/2017

 
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 Wem gehört eigentlich die Schönheit?
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  Bénédicte Savoy : Napoleon hortet die Kunstschätze Europas in Paris
 
Beutekunst um 1800. Schon die Armeen der Großen Französischen Revolution, die ins übrige Europa vorstießen, beschlagnahmten fremde Kunstwerke und schafften sie in die Metropole Paris. Begründung: „Fast spontan bewegen sich diese Werke der Kunst in die Hauptstadt der Freiheit nach Paris“. Diese Praxis setzte Napoleon nach seinen Siegen mit Energie fort. Der spätere Dichter und Nachschuboffizier Napoleons, Henri Beyle, der sich Stendhal nannte, gehörte in Norddeutschland zu den Beauftragten, die die Bibliotheken und Kunstsammlungen durchforsteten und die Beute nach Frankreich transportieren ließen.

Dominique-Vivant Devon war das „Auge Napoleons“ in dieser Sache. Ein differenzierter Kenner der Kunstszene, der dann das Musée Napoléon im Louvre verwaltete, nachdem er kundig die Kostbarkeiten Wiens und deutscher Staaten in Paris gebündelt hatte. Nach dem ersten Sturz des Kaisers im Jahr 1814 gelang es Frankreich, die Schätze dort vor der Restitution zu bewahren. Nach Waterloo wurde dann der Louvre ziemlich leer. Fragen der Beutekunst sind im Jahr 2017 so aktuell wie 1800.

Die Kunsthistorikerin Prof. Dr. Bénédicte Savoy, Mitglied des Collège de France, tätig an der TU Berlin ist eine engagierte Opponentin mancher unkritischen Haltungen im Zusammenhangdes Humboldt Forums und trat aus dessen Beirat zurück. Sie berichtet auf Grund ihres Werkes über Beutekunst.

Montag   8.1.2018

19/12/2017

 
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 Gravitationswellen – der Sound, in dem der Kosmos singt /
  Mit dem Nobelpreis 2017 erhält der Physiker Rainer Weiss
  den Lohn für sein Lebenswerk

 
Der Nobelpreisträger Rainer Weiss, geboren 1932 in Berlin, gehört zur Physiker-Elite der USA. Nach abenteuerlicher Laufbahn wurde er vom Radiotechniker zum Gravitationswellenforscher.

Nach Einsteins Relativitätstheorie waren solche Gravitationswellen vorausgesagt worden. Sie gehören zur elementaren Struktur, in der das Universum „atmet“ und „singt“. Aber nur in extremen Ausnahmefällen, nämlich bei ungeheuer massierten und zugleich beschleunigten Massen werden solche Wellen für Geräte beobachtbar, die wir auf unserer Erde besitzen. Dass jetzt eine solche Beobachtung von Gravitationswellen gelang, gehört zu den Sensationen der modernen Astrophysik, die derzeit ihre Goldgräberjahre erlebt. Die Anlagen zur Messung solcher Gravitationswellen ziehen sich kilometerlang durch das Gelände, müssen auf mehreren Kontinenten gleichzeitig beobachten und finden ihre Unterstützung im Orbit durch Satelliten. Auslöser für die Gravitationswellen, die jetzt beobachtet wurden, waren extrem dichte Himmelskörper, sogenannte Neutronensterne, die in einem Doppelsternsystem einander immer schneller umkreisten und dann in einer gewaltigen Explosion verschmolzen. Auch kollidierende Schwarze Löcher können Gravitationswellen in von uns messbarer Weise erzeugen. Gravitationswellen bilden für die astrophysikalische Forschung ein Scheunentor für die Erkenntnis des Universums als Ganzem und vor allem für dessen Anfänge unterhalb der ersten Sekunde unserer „Weltzeit“.

Rainer Weiss ist einer der maßgebenden Forscher, die in diesem Jahr die drei für die Gravitationswellenforschung ausgeteilten Nobel-Preise erhielten. Begegnung mit Prof. Dr. Rainer Weiss vom MIT in Boston.

1.1.2018              A U S F A L L  -  DCTP wünscht alles Gute für 2018!

19/12/2017

 

Montag   25.12.2017         - AUSFALL -

28/11/2017

 
DCTP wünscht frohe Feiertage!

Montag   18.12.2017

28/11/2017

 
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 Weihnachtsoper im Dickicht bitterer Realität/
  Kirill Serebrennikows „Hänsel und Gretel“ an der Staatsoper Stuttgart

Engelbert Humperdinck war einer der Assistenten Richard Wagners als dieser seinen Parsifal komponierte. Seine spätromantische Musik zu dem Märchen Hänsel und Gretel hat Generationen von Kinder als Weihnachtsoper bezaubert. Die Staatsoper Stuttgart beauftragte einen als radikal und modern bekannten Regisseur, den Russen Kirill Serebrennikow, diese Oper für den Winter 2017 zu inszenieren. Serebrennikow gehört zur Spitzenklasse der Regisseure der Welt. Dann entschloss sich eine verblendete Justiz in Russland Serebrennikow mit einer offensichtlich politisch motivierten Anklage zu bedrohen und mit Hausarrest in Moskau festzuhalten. Er hatte bereits für seiner Operninszenierung in Afrika einen Film gedreht, da seine Absicht war, das Motiv des Hungers und der Not im Grimm’schen Märchen aus den wirklichen Verhältnissen des afrikanischen Kontinents und nicht aus der Traumwelt eines mittelalterlichen deutschen Waldes zu entwickeln.
 
Die Staatsoper Stuttgart hat aufgrund dieses Filmes und der Skizzen des Regisseurs – auch aus Protest gegen die Willkür der Anklage in Russland – in Abwesenheit des Regisseurs eine Art Umriss seiner Inszenierung ins Leben gerufen. Die scharfe Reibung zwischen den Originalaufnahmen in Afrika aus der Jetztzeit und der spätromantischen Struktur von Engelbert Humperdincks Musik tritt auf diese Weise besonders stark hervor und fügt sich ein in das Verfahren der Stuttgarter Staatsoper in der Ära des Intendanten Jossi Wieler und seines Gefährten Sergio Morabito, die strukturellen Elemente von Musik und Handlung mit Gegensätzen und Dissonanzen unserer Wirklichkeit zu konfrontieren und dadurch Innovation in der Oper freizusetzen.

Eine ungewöhnliche und fesselnde, neuartige Weihnachtsoper, aus Not geboren. „Wer an die Märchen nicht glaubt, war nie in Not“. Der Intendant der Staatsoper, Jossi Wieler, berichtet.

Montag   11.12.2017

28/11/2017

 
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Im Urwald, wo die wilden Wörter wohnen

Ann Cotten: Zwischen Internet und Lyrik
 
Ann Cotten, geboren in Iowa/USA, lebt in Wien und Berlin. Der Vers: „Im Urwald, wo die wilden Wörter wohnen, befand ich mich als ich das Einhorn ritt“, stammt aus ihrem ersten Gedichtband „Fremdwörterbuchsonnette“, ein Werk, mit dem sie sich als Lyrikerin bereits an die Spitze setzte. Sie erhielt den Hugo-Ball-Preis (genannt nach dem berühmten Dadaisten), den Klopstock-Preis und viele andere Auszeichnungen.

Wie geht eine moderne Lyrikerin mit dem Netz um? Woran erkennen sich Lyriker untereinander? Wie viele Dichter braucht eine Gesellschaft? Lyrische Dichtung, wie sie auch das Werk von Elfriede Mayröcker enthält, gibt heute der Sprache die größte Freiheit, fern vom Sinnzwang, den die Medien oder die Dramatik des Sprechtheaters ausüben. Die heutige Öffentlichkeit, die gegenüber der klassischen Öffentlichkeit starke Verfallserscheinungen aufweist und doch zu schwach ist, eine selbstbewusste neue Öffentlichkeit des 21. Jahrhunderts oder gar Gegenöffentlichkeiten zu gründen, braucht die Ausdrucksstärke, die in der Sprache steckt, wenn man die rebellischen Wörter loslässt. Umgekehrt: „Sinnzwang stört die Melodie der Sprache und damit auch deren praktischen Sinn.“

Begegnung mit der Lyrikerin Ann Cotten.

Montag   4.12.2017

28/11/2017

 
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 Leibniz und die Mathematik der Schlangen /

  Leo van Hemmen: „Jeder Punkt auf der Skala der Sinne hat seinen
  eigenen Verstand“


Grubenottern sind Schlangen, die außer ihren Augen Infrarotsensoren an ihren Köpfen haben, sogenannte „Gruben“. Im Sandmeer der Wüste schaukeln die zwei Kiefer dieser Schlangen im Wellenrhythmus, in dem sich die Beute nähert. Die Wärmebilder, in denen die Daten das rechnende Hirn der Schlange erreichen, sagt der Biokybernetiker Prof. Dr. Leo van Hemmen, sind unglaublich unscharf. Dennoch sind die „mit der Mathematik der Schlangen“ am Ende erstellten Kartierungen im Gehirn so präzise, dass der Angriff der Schlange blitzartig trifft.

An solchen Prozessen, in denen mehrere voneinander unabhängige Sinne „multi-modal“ zusammenwirken, untersucht die moderne Biophysik die Eigengesetzlichkeit der Sinne, aber auch Innovationsschübe für Roboter. Die Skalen, auf denen die elementaren Prozesse der Wahrnehmung stattfinden, sind bei Menschen – wie bei den Schlangen – absolut voneinander getrennt. Die Neuronen wissen nichts von der Psychologie, an der sie doch bauen.
Die moderne Biophysik kommt hier zu ähnlichen Ergebnissen wie der große Philosoph Leibniz: alles Elementare besteht aus Monaden, die blind sind. Und doch produzieren diese autonomen Monaden ein Ganzes, das als Realität funktioniert.

Unsere menschlichen Neuronen haben das Sternenzelt nie selber gesehen. Und doch erforschen wir den Kosmos.
Begegnung mit dem Biokybernetiker Leo van Hemmen: „Jeder Punkt auf der Skala der Sinne hat seinen eigenen Verstand“.

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