Aus der Oper XERXES stammt das berühmte Largo des Xerxes, mit dem er eine Platane in Syrien besingt und das zum Ohrwurm wurde (eigentlich ein Larghetto). Dabei bleibt verborgen, dass diese drittletzte Oper, die Händel schrieb, zu seinen musikalisch differenziertesten Werken gehört und eine gewaltig größere Masse an Einfällen umfasst als das gewiss schöne Largo.
Das „dramma per musica“ Händels ist ein opulentes Barockspektakel. Es zeigt die Komik und die Abgründe der Emotionalität. Der legendenumwobene Großkönig von Persien Xerxes verrät eine Prinzessin, der er die Ehe versprochen hat und verliebt sich nach allen Richtungen, vor allem aber in das Mädchen, das auch sein Bruder begehrt. Zwischen Bürgerkrieg und der Versöhnung aller liegt die Spannbreite der Handlung. Das Glück ist so bedroht wie die legenäre Schiffsbrücke, von der Herodot berichtet, dass Xerxes sie über die Wellen des Bosporus bauen ließ und die der Sturm zerstörte, worauf der König das Meer mit Peitschen schlagen ließ.
Musikalische Leitung: Konrad Junghänel. Inszenierung: Stefan Herheim. Die Inszenierung stellt Händels Oper als „Theater auf dem Theater“ dar: Sänger von heute proben die Oper, die über 250 Jahre alt ist. So gelingt eine Neuentdeckung. Alle tragenden Rollen werden von Frauen gesungen. Die herrlichen und differenten Stimmen reiben sich aneinander. In der Rolle des Xerxes: Stella Doufexis. Eine Neuinszenierung der Komischen Oper Berlin.
Spannend und informativ.