Das städtische Krankenhaus Köln-Merheim ist ein Haus der Maximalversorgung mit 752 Betten. Hier werden jährlich mehr als 20.000 Patienten stationär behandelt. Im Minutentakt sind hier die Mediziner in der Notfallambulanz, auf der Intensivstation oder im OP im Einsatz, um Leben zu retten. Doch das Klinikum in Merheim hat seit Jahren ein Problem: Viele wichtige Fachabteilungen sind über das riesige Krankenhausgelände verteilt, für die Patienten sind die Wege zu weit. Darum möchten die Kliniken der Stadt Köln alle Einrichtungen in einem Neubau zusammenführen. Kosten des sechsgeschossigen Baus inklusive eines Parkhauses mit 650 Stellplätzen, der medizinischen Einrichtung und einem neuen Hubschrauberlandeplatz auf dem Dach: 70 Millionen Euro. Doch was geschieht, wenn so ein riesiger, medizinischer Apparat im laufenden Betrieb umziehen muss? Die Samstags-Dokumentation begleitet den Kölner Maximalversorger bei seiner größten Herausforderung: Zwischen Bauabnahmen, Kisten packen und Versorgung in der Notfallambulanz müssen Ärzte während ihres Alltags den Umzug bewältigen.
Für die Klinik beginnt ein spannender Prozess: Nach etwa zwei Jahren Bauzeit ist der sechsgeschossige Neubau, der angeschlossen ist an das alte Hauptgebäude, fertig gestellt, doch die baulichen Abnahmen stehen noch bevor. Die Mediziner stehen im engen Kontakt mit der Bauleitung und sind von Anfang an in die Planung der neuen Räumlichkeiten involviert. Umso aufregender ist die Entstehung von fünf neuen OP-Sälen, die mit modernster medizinischer Technik ausgerüstet werden. Die Samstags-Dokumentation zeigt den Kampf gegen die Zeit, denn die erste Thorax-OP im neuen Saal ist fest geplant und jeder Ausfalltag würde finanziell deutliche Auswirkungen für die Klinik zeigen. Von der Abnahme über das Einräumen des OP-Materials und Medikamenten bis zur Einweisung in die neuen Geräte und einem Probelauf: Für den OP-Manager Dr. Vorweg heißt es Nerven bewahren. Die Mängelliste muss noch abgearbeitet werden und für die Chirurgen sind die neuen OP-Säle noch ungewohnt.
Ebenso ist mit dem Bezug des Neubaus ein deutschlandweit einzigartiges Beatmungszentrum entstanden, eine neu eingerichtete Intensivstation der Lungenklinik. Hier kümmert sich Dr. Karagiannidis und sein Team rund um die Uhr um die umfassende Versorgung akut und chronisch kranker Lungenpatienten. Der besondere Schwerpunkt der Intensivstation liegt auf der Behandlung des Lungenversagens jeglicher Art mit allen technisch verfügbaren Möglichkeiten sowie auf der Entwöhnung ("Weaning") der künstlichen Beatmung. Ein Umzug mit diesen Patienten unterliegt größten Gefahren, die Beatmung und der Kreislauf der Patienten werden bei der kleinsten Belastung beeinträchtigt. Für Dr. Karagiannidis ein Risiko: Der Weg von der alten zur neuen Station ist sehr weit und dauert ca. 15 Minuten pro Patient. Erst am Morgen des Umzugstags kann er aus medizinischer Sicht entscheiden, wie viele seiner Patienten auf die neue Intensivstation umziehen können.
Während die Kollegen den Spagat zwischen baulichen Abnahmen, Material einräumen und Testläufen neuer medizinischer Geräte meistern, hat Dr. Pouralikhan in der Notfallambulanz großen Stress. Ein 21-Jähriger ist frontal mit seinem Transporter in einen LKW geprallt und wurde nach über 60 Minuten aus dem Wrack befreit. Für Dr. Pouralikhan und sein Team sind Unfälle der Alltag im Schockraum, vom Umzug sind sie nicht betroffen. Die Notfallambulanz bleibt vorerst im alten Gebäude, lediglich eine Schleuse zum neuen Helikopterlandeplatz auf dem Dach wird sie mit dem Neubau verbinden. Während sich andere Stationen der Klinik um die Stabilität ihrer Patienten beim Umzug sorgen, kämpft Dr. Pouralikhan um das Leben seiner Polytrauma-Opfer. Der Nächste ist schon mit dem Helikopter auf dem Weg zum Merheimer Krankenhaus: Ein 27-jähriger Arbeiter ist beim Betonspritzen in eine Hochspannungsleitung geraten. Für Dr. Pouralikhan und sein Team ein schwieriger Fall, die schweren Verletzungen berühren auch den erfahrenen Mediziner.
Die Samstags-Dokumentation zeigt den Klinikalltag von Ärzten, Schwestern und Pflegepersonal zwischen Umzugskisten und Notfällen, ein Alltag zwischen Schicksal und Neubeginn.