Wie wäre es mit einem Grundstück auf dem Mond? Es klingt absurd, doch der Verkauf via Internet scheint ein äußerst lukratives Geschäft zu sein. Aber woher rührt das neu erwachende Interesse am Erdtrabanten? Der Mond ist bisher der einzige fremde Himmelskörper, der je von Menschen betreten wurde. Doch das Interesse der Wissenschaft war in den letzten Jahren eher gering. Das allerdings könnte sich nun ändern. Die BBC Exklusiv-Dokumentation "Mond zu verkaufen" erklärt, wie der Mond in Zukunft unsere Energieproblematik lösen könnte und warum die USA, Russland und China bereits für ein zweites Wettrennen ins All rüsten...
1969 verfolgten Millionen von Zuschauern live an den Fernsehbildschirmen die erste Landung eines Menschen auf dem Mond. Dieser "große Schritt für die Menschheit" (Neil Armstrong) geriet jedoch mit dem Ende der Apollo-Missionen in den folgenden Jahrzehnten in Vergessenheit. Das könnte sich nun bald ändern. Im Januar 2004 kündigte George W. Bush an, bis 2020 den "menschlichen Einfluss auf das Sonnensystem auszudehnen" und den Mond als Wirtschaftsgebiet zu erschließen.
Es gibt gute Gründe, dem Erdtrabanten zu Leibe zu rücken. Die Mondoberfläche enthält das Element Helium-3, das auf der Erde nur in verschwindend geringem Maße vorkommt. Eine hohe Konzentration des Isotops Helium-3 wurde in dem zur Erde gebrachten Mondgestein entdeckt. Seine Verwendung bei der Kernfusion würde diese zu einer sauberen Energiequelle machen. Mit den vorhandenen Vorräten auf dem Mond ließe sich unser Energiebedarf so für die nächsten Jahrhunderte decken.
Vor diesem Hintergrund planen auch Russland, seit 50 Jahren die führende Raumfahrtnation, und China eigene Mondmissionen. China hat dabei einen ähnlichen Zeitplan verkündet wie Präsident Bush. Auch Europa, Japan und Indien haben Raumfahrtprogramme. Steht tatsächlich eine Besiedelung des Mondes bevor? Entwicklerteams der NASA erforschen bereits Möglichkeiten, Dauersiedlungen auf dem Mond zu errichten.
Auch Privatfirmen interessieren sich für die Wirtschaftszone Mond. Der amerikanische Technologie- und Raumfahrtkonzern Lockheed Martin erforscht ein Verfahren zur Gewinnung von Wasser und Sauerstoff aus Mondstaub und damit die Möglichkeit, sich auf dem Mond selbst zu versorgen. Der Grundstücksmakler Dave Hope aus Nevada verkauft bereits seit den 1980er Jahren Mondgrundstücke an betuchte Stars, Unternehmer und amerikanische Ex-Präsidenten.
Bei aller Euphorie gibt es auch Gegenstimmen zum Chor der Mondsüchtigen. Edgar Mitchell gehörte zum Team der Apollo 14. Er befürchtet, dass bei einer zu schnellen Besiedelung und Ausbeutung des Mondes wertvolle wissenschaftliche Informationen buchstäblich zertrampelt werden könnten.