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FOCUS
OPER
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...seit
etwa 400 Jahren begleitet etwas Merkwürdiges den
beispiellosen Aufstieg der Wissenschaft, der Rationalität,
der Volkswirtschaften und Buchhaltungen - ein
irrationales, musikalisches Gebilde: die Oper.
Sie ist immer ein Drama, aber mit den Mitteln
der Musik durchlöchert von Hoffnungen und der
Möglichkeit von Trauer. Die Opern sind etwas extrem
Künstliches, sagt Rossini, niemand würde, um eine
Information zu übermitteln, singen. Aber zugleich
sind sie ein unbeirrbar natürlicher Ausdruck des
menschlichen Gefühls, wie die innere Stimme, manchmal
wie ein Ohrwurm, wie der Atem... |
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| ... Opern sind miteinander verwandt.
Sie bilden eine Opernwelt. In diesem Zusammenhang
geben sie für die vergangenen 400 Jahre unserer
Zeitgeschichte eine emotionale Erinnerung wieder,
die die "realistischen Ereignisse" nicht aufbewahren.
Ich glaube, daß es bessere Quellen als das Musiktheater
für die langfristige emotionale Erfahrung in unserer
europäischen Überlieferung nicht gibt! |
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[Alexander Kluge in: August Everding.
Der Mann der 1000 Opern. Gespräche und
Bilder.
Rotbuch Verlag, Hamburg 1998. ISBN 3-434-53018-5
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